07 Mai 2012

Brier Island

Gegen vier Uhr morgens einmal aufgewacht und draussen die zauberhafte Stimmung gesehen. Die ganze Landschaft ist in silbernes Mondlicht getaucht - auf dem Meer draussen zieht sich ein breites Silberband übers Wasser. Es ist ganz still. Sogar die Frösche haben ihr lautes Quakkonzert aufgegeben. Nur der regelmässige Lichtkegel des Leuchtturms zeugt hier von menschlicher Anwesenheit. Brrr - es ist 4°C draussen - drinnen ist es meist 3° wärmer...  Trotzdem haben wir noch nicht gefroren. Wie heisst es doch?  "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung".
Ein strahlender Tag erwacht. Die Sonne scheint  und es wird langsam wärmer.  Ein wunderschöner Tag ist erwacht. Wir geniessen es, den ganzen Tag auf dieser Insel zu verbringen. Sitzen lange beim Leuchtturm - zügeln je nach Wind 3 Mal mit den Stühlen um die nächste Ecke. Lesen, Träumen, Meer und Vögel beobachten - einfach die Seele baumeln lassen.... Es ist herrlich warm geworden - Am frühen Nachmittag 18 ¨°C!
Erstmals auf dieser Reise können wir draussen Nachtessen. Es ist um 18 Uhr gerade noch warm genug, um noch draussen zu sitzen.
Was für ein erholsamer Tag!






06 Mai 2012

Fahrt bis Brier Island

Yarmouth - Brier Island. Auf dem Parkplatz war es still. Wir haben gut geschlafen. Aussen- und Innentemperaturen sind immer noch im gleichen Bereich. Kalter Wind. Also genehmigen wir uns das Frühstück im nahegelegenen Supermarkt, der heute Sonntag um 10 Uhr öffnet. Die Landschaftsbilder auf der Lighthouse Route wiederholen sich. Digby ist ein kleines buntes Städtchen. Wir schalten einen kurzen Halt ein und fahren dann weiter der schmalen langgezogenen Halbinsel entlang bis zur ersten Fähre. Setzen hinüber - fahren weiter auf die zweite und letzte Insel auf diesem schmalen Landstreifen: Brier Island. Karg - doch faszinierend ist es hier.




Von hier aus können ab Juni Wale beobachtet werden. Schade - wir sind einen Monat zu früh da.


Wir treffen auf Nelly und Toni aus der Innerschweiz, die wir bereits zum 3. Mal sehen: in Hamburg am Hafen, in Halifax am Hafen und jetzt hier auf Brier Island. Bummeln vor dem Sonnenuntergang den Klippen entlang.



Wir verbringen zusammen einen schönen Abend und geniessen gemeinsam den Sonnenuntergang. 168 km gefahren.

05 Mai 2012

Hunts Point-Yarmouth: Weiter entlang der Lighthouse Route

Hunts Point - Yarmouth. Frühstück bei 14°C draussen. Natürlich warm angezogen, kein Wind, deshalb ist es angenehm. Die Sonne scheint und wärmt und ein wenig. Die Strasse führt immer wieder durch Mischwälder. Die Laubbäume sind immer noch kahl.
Der Besuch des Kejimkujik Nationalparks ist ein Muss. Für uns gleichzeitig die erste Küstenwanderung.
Locker wandern wir durch die weite Heide - jedoch gespannt, was für Beobachtungen wir  machen können. Beim ersten Beobachtungsposten sehen wir sie: die Seelöwen. Wir wandern weiter, treten fast auf einen Frosch - Leopardenfrosch, eine Art die hier in der Region häufig vorkommt.

Wir erreichen bald den Strand und sehen die Seelöwen auf den Felsen draussen im Meer.




Was für ein eindrücklicher Strand!






Auf der Wanderung machen uns freundliche Kanadier darauf aufmerksam, dass es hier in der Gegend infiszierte Zecken hat - also Vorsicht und gute Kontrolle nach Wanderungen durchs Gras. Abends stellen wir mit roten Köpfen fest: leichten Sonnenbrand erwischt, obwohl der Himmel bewölkt war. Tja, wir sind am Meer...
Weiterfahrt durch Wälder, teilweise dem Meer entlang, durch kleine Dörfer. Vielerorts sind Leute draussen beschäftigt mit Holzhacken. Die Häuser hier haben wohl Holzheizungen, sonst wären nicht so viele Scheiterhaufen oder teilweise Holzbeigen neben und an den Häusern gestapelt.


Die meisten Campingplätze öffnen erst Mitte Mai oder noch später. Also stehen wir in Yarmouth frei auf dem Parkplatz des grossen Warenhauses WalMart. Wir sind wohl eine Art Unikum, denn immer wieder fahren Autos vorbei, bestaunen das Leomobil und machen Fotos.
168 km gefahren 

04 Mai 2012

Halifax: Wir starten entlang der Lighthouse Route

Halifax - Hunts Point. Um 10 Uhr verlassen wir nach einem reichlichen Frühstück das warme stilvolle Hotel Waverley Inn in Halifax in Richtung Südwesten. Der Himmel ist bewölkt - doch ab und zu drückt die Sonne durch. Sobald der Wind wieder stärker weht, fühlt es sich kälter an als die gemessenen 12°C.
Bald liegt die Stadt hinter uns und wir fahren der Küste entlang über die Lighthouse Route, meist der Mahone Bay entlang - teilweise durch Mischwälder. Diese sehen kahl aus, denn die Bäume haben noch kein Laub. Verzeinzelt beginnt ein Forsythienstrauch in einem Garten zu blühen, dort wo wir kleine Orte durchfahren mit kleinen farbigen Holzhäusern und kleinen kahlen Gärten. Die Gärten sind offen - es gibt keine Zäune!
In Peggys Cove bleiben wir nicht lange - es windet ständig.
Wir besuchen ausserhalb von Peggys Cove die Absturzstätte des Swissairflugs 111 vom September 1998. Ein einfaches Denkmal in der naturbelassenen Landschaft steht in Ufernähe.
Im kleinen Städtchen Luneburg geniesse ich eine feine Pilzsuppe - die ist so dick und schmackhaft, dass sie garantiert nicht aus einem Päckli stammt! Peter hält sich an etwas Süsses.
Unsere erste Übernachtung im Leomobil in Kanada ist weiter südwestlich am Hunts Point. Der  einfache, ruhig gelegener Campingplatz (CP) Fisherman's Cove liegt in einer Waldlichtung oberhalb der Bucht. Das Rauschen des Meeres ist bis hier herauf zu hören. Ausser den CP-Betreibern habe ich nur 1 Person gesehen. Verstreut stehen einige abgestellte Wohnmobile auf dem weiten Areal.
Leider haben wir keinen Transformer für den Stromanschluss. Aus der beachtlichen Auswahl von Zwischensteckern passt keiner - also keine zustätzliche Heizung. Draussen ist 10 °C. Wir essen drinnen - da ist 15°C.
Nachts sinkt die Temperatur auf 5°C, was der romantischen hellen Mondnacht keinen Abbruch tut.
Was sind wohl das für Vögel, die bis weit in die Nacht hinein immer noch zwitschern?
219 km gefahren.

                             
Erster Uebernachtungsplatz in Kanada: Waldlichtung oberhalb White Point Beach am Atlantik. Wir haben tief und fest geschlafen - keine Spur von Bedauern, dass wir uns nicht mehr in viktorianischem Stil bewegen...       

03 Mai 2012

Halifax: letzte Vorbereitungen für die Reise

Nach dem Frühstück beginnen Hausarbeiten: kleine Wäsche waschen, Lebensmittel einkaufen, Wassertanks auffüllen, Diesel tanken, Laptop und Fotoakku aufladen, persönliche Sachen im Leomobil einräumen. Uff - ich habe einfach zuviel mitgenommen - zuviele Bücher und zuviele Kleider!  Aus Platz- und Gewichtsgründen entschliesse ich mich, einige Kleider in die örtliche Heilsarmee zu bringen...
Lesen und weitere Infos einholen sowie Route für morgen festlegen. Das Leben im stilvollen Hotel umgeben von freundlichen Menschen bewusst geniessen. Was für eine schöne Facette des heutigen Tages!


 

02 Mai 2012

Leomobil im Hafen abholen

Wir stehen früher auf als sonst, denn wir haben heute etwas Wichtiges vor: das Leomobil im Hafen abholen! Um halb 9 sind wir beim Broker und holen die Frachtpapiere der Reederei ab. Die erhalten wir nach Bezahlung von 150 Can$. Das Büro ist nur knapp eine Viertelstunde zu Fuss vom Hotel entfernt. Auf dem Weg dorthin treffen wir Toni und Nelly aus der Innerschweiz, welche in Hamburg fast gleichzeitig auf dem Platz für die Verschiffung angekommen sind. Kurze Begrüssung - wir werden uns sicher irgendwo wieder treffen! Problemlos erhalten wir die erforderlichen Papiere und weiter gehts 10 Minuten zu Fuss zum Zoll. Wir vernehmen von der freundlichen Schalterdame beim Broker, dass sie heute sehr streng habe, weil sie die Papiere für 16 Wohnmobile aushändigen muss.  Am Zoll einige Fragen - der Ton ist etwas strenger - aber alles ist klar - und weiter gehts per Taxi zum einige km entfernten Hafenteil, dem Ceres Terminal, wo hoffentlich das Leomobil steht.
DA ist es - in guter Gesellschaft mit den andern verschifften Fahrzeugen vor allem aus der Schweiz und Deutschland.
Alles hat geklappt, Leomobil ist unversehrt und noch mit den Sicherheitszetteln behaftet.
Nach einer knappen Stunde sind hier im Hafen die Papiere erledigt und das o.k. für die Abfahrt wird gegeben. JETZT beginnt unsere grosse REISE WIRKLICH - JETZT haben wir wieder ein zu Hause!

Bett mit Einstiegshilfe
Wir fahren zurück ins Hotel. Weil wir 2 Tage verlängert haben, müssen wir Zimmer wechseln. "Müssen"?  Nicht wirklich, denn das neue Zimmer ist grösser als das bisherige und spezieller:    


Am Tisch im Erker lässt sich wunderbar schreiben und planen, derweil Peter auf dem Parkplatz das Leomobil wieder "mobil" macht für die Reise: die Wand hinter den beiden Sitzen, welche für die Seefahrt den Fahrerteil vom hintern Autoteil abtrennte, muss abgebaut werden. Peter hat sie mit den Brettern fürs Einrichten des Bettes erstellt. Nun sind nur noch die 2 Dachlatten und einige Schrauben übrig. Zwei Metallboxen mit einem Teil unserer Ausrüstung drin schraubt er auf dem Dach fest. Die Kleider und Zubehör für Kälte (Winterstiefel, Skijacke etc.) sowie für Hitze (Flipflops, Tops und Shorts etc.) sind in Seesäcken wasserdicht verpackt. Die dritte Metallbox mit dem zusätzlichen elektrischen Strahler, kleinem Backofen (System Kugelgrill), etc. schraubt er aufs rechte Reserverad auf. Dort befestigt er ebenfalls die Schaufel.
Das Nachtessen geniessen wir heute Abend im vietnamesischen Restaurant um die Ecke. Fürs Schachspielen sind wir zu müde.                            

01 Mai 2012

1. Mai in Halifax

Auf dem Frühstücksbuffet hats heute u.a. nebst Rösti, gekochten Bohnen auch Guiche. Fein!! Hatten wir beide bisher nie zum Frühstück...
Bummel durch die Stadt zur Zitadelle hinauf. Es ist etwas wärmer, nämlich 9°C und bewölkt. Rundblick über die kahle Stadt und zum Frachthafen. Liegt dort nicht das Schiff mit dem Leomobil an Bord vor Anker?
Von Frühling keine Spur. Unterwegs begegnet uns ein kleiner 1. Mai-Umzug. Die Polizei sperrt die Strasse, indem sie einfach ihre Fahrzeuge quer zur Fahrtrichtung stellt.
Wir besorgen den Pass für die kanadischen Parks, welche ab ca. 7. Mai bis ca. 20. Oktober geöffnet sind und verziehen uns nach Kaffee und Kuchen wieder ins Hotel. Es bleibt uns von Frühling bis Herbst viel Zeit für die Besichtigung der verschiedenen Parks, denn wir können bis 6 Monate in Kanada bleiben.
Eine weitere Runde Schach spielen ist angesagt.
Heute essen wir italienisch im "Chianti" ein paar Schritte vom Hotel entfernt. Feine Pizza!