11 Juli 2012

Regentag mit Aufhellungen in Dawson City

Am Morgen regnet es immer noch. Gemäss Wettervorhersage soll es morgen besser werden. Wir beschliessen, noch einen Tag hier zu bleiben und morgen bei gutem Wetter auf dem Top-the-World High Way nach Alaska zu fahren.
Es gibt immer etwas zu tun: Wäsche waschen, schreiben, lesen, Fotos verkleinern, Sicherung am Kühlschrank ersetzen, weil dieser plötzlich ausgestiegen ist, usw.
Und selbstverständlich immer wieder mit Leuten ins Gespräch kommen... Wir werden oft auf das Leomobil angesprochen und nach dem Woher und Wohin gefragt. Leomobil geht neben den grossen Wohnmobilen fast verloren... Stehen auf diesem CP in Dawson City ziemlich eng Fahrzeug an Fahrzeug.
Wir treffen auch hier viele Schweizer an. Auf dem übernächsten Platz steht ein Wohnmobil mit einem Schweizer Paar. Einige Plätze weiter stehen die beiden Frauen, die und ihre Männer wir in Carmacks bereits getroffen haben. Die Männer sind seit 5 Tagen auf dem Yukon mit dem Kanu unterwegs und sollten bald hier eintreffen. Sind in unsern Alter. Wir bewundern diese Leistung! In einem andern Camper ist eine weitere Familie mit 2 Kindern.
Beim Bummel durch den Ort haben wir  nochmals Schweizer getroffen, die 6 Wochen unterwegs sind.
Der Laden im blauen Haus gehört einer Schweizerin, die vor über 30 Jahren nach Dawson City ausgewandert ist!


 
Sie verkauft unter anderem selber gelötete Goldnuggets in Form von Inukshuks, Symbol der Inuit, den richtigen Weg zu finden.

10 Juli 2012

Regentag in Dawson City

Die Wetterprognosen stimmen - es regnet! Aber es ist nicht so kalt, nur 12° tagsüber.  Lassen uns Zeit mit Aufstehen und Frühstücken. Geplant ist ja, hier in Dawson City die Berichte nachzuarbeiten und Fotos zu verkleinern. Planung gut - Ausführung nicht möglich, denn wir erhalten hier  max. 4 h pro Tag Zugang zum Internet, die Leistung ist jedoch zu schwach, um Fotos hochzuladen. Zudem bricht die Internetverbindung öfters ab. Peter bekommt gar keine Verbindung mit seinem Laptop. In der Bibliothek können wir zusätzlich pro Laptop max. 1/2 h pro Tag Internetverbindung bekommen. - Alltag in Dowson City...
Wir machen es uns gemütlich im Leomobil. Dank Heizung ist es schön warm und wir geniessen den Regentag mit schreiben, lesen, Musik hören, Fotos verkleinern, damit wir dann bereit sind, einige davon in den Berichten zu veröffentlichen und einfach mit SEIN. Am späten Nachmittag bummeln wir ins nahe gelegene Restaurant zu einem Kaffee. Da wissen wir die Holzstege zu schätzen, denn die Naturstrassen sind nach dem Regen ziemlich aufgeweicht. Hier bei schönem Wetter fotografiert:


09 Juli 2012

Dawson City Stadtbummel

Stehen um 9 h auf - die Sonne steht schon hoch, denn sie ist letzte "Nacht" nur für kürzere  Zeit  unter dem Horizont verschwunden. Es ist schon recht warm. Toni und Nelly wollen heute weiter fahren. Wir verabschieden sie im Wissen, dass wir uns irgendwo auf der Reise wieder treffen werden!
Peter und ich bummeln durch Dawson City (1500 Einwohner) und dem Yukon entlang. Es ist ein schöner warmer Sommertag. Wir besuchen das Kulturzentrum der Dänojà Zho, der etwa 450 First Nation people, welche hier in der Umgebung leben. Wir lernen viel über deren früheres und heutiges Leben sowie über die enormen Veränderungen, die der Goldrausch vor gut 110 Jahren gebracht hat...  Im Dawson City Museum werden uns die teilweise gleichen Themen aus Sicht der Ankömmlinge nähergebracht. Das enorm harte Leben wird eindrücklich gezeigt. Es ist kaum vorstellbar, wie Menschen unter diesen Bedingungen von Schnee, Kälte bis zu -55° C und Krankheiten überhaupt überleben konnten. Von der aus unserer heutigen Sicht mangelhaften Ausrüstung gar nicht zu reden..




Auch die Hütte, wo Jack London um 1900 herum in der Region lebte, zeigt eindrücklich die damaligen Bedingungen, hier zu leben. Links die Hütte, rechts der bärensichere Vorratsspeicher.




Hier in Dawson City hat es nicht so viele Mücken - aber sie scheinen heute agressiver zu sein als sonst. Trotzdem geniessen wir das Nachtessen draussen bei Sonnenschein.

08 Juli 2012

Dawson City, Goldgräberstadt

Stadtbummel. Schönes Wetter. Dawson City ist anders als die bisher besuchten Goldgräber-Orte. Hier leben rund 1500 Einwohner. Es gibt Läden, Restaurants und Saloons - dazwischen verlassene verfallene Häuser. Alle Strassen sind Naturstrassen - nur der Hwy ist geteert. Als Trottoirs dienen Holzstege. Die Hauseingänge sind alle über eine kurze Treppe erreichbar. Wegen des Permafrosts werden die Häuser nicht direkt auf den Boden gebaut. Durch die Heizung der Häuser und der damit verbundenen Erwärmung des Bodens würde der nur knapp 1.5 m tieferliegende Permafrost aufgetaut und die Hauskonstruktion würde sich senken.



Das Leben hier ist während der langen und dunklen Wintermonate bei Temperaturen bis zu -55° sehr hart! Das Wasser zu und in die Häuser wird zum Fliessen gebracht, damit es nicht einfriert.

Heute scheint jedoch die Sonne, es ist warm und wir geniessen den Bummel über den Damm, der die Stadt vor den Ueberschwemmungen des Yukon bei der Eisschmelze schützt. Flanieren durch die Strassen und geniessen den Sonntag. Kehren auf den CP zurück und wollen uns noch gemütlich hinsetzen. Peter will zur Anmeldung und findet den Iveco von Toni und Nelly. Was für eine Überraschung! Beiderseits haben wir gedacht: "Sie sind sicher bereits in Alaska!" Da in den Nordwest Territories und in Yukon keine sms mehr durchkommen, haben wir nicht gewusst, wer sich wo befindet.
Feiern das Wiedersehen mit auswärts essen und Besuch des Spielsaloons und Cabarets um Mitternacht!  Stimmung fast wie zu Goldgräberzeiten! Haben einen lustigen und geselligen Abend zusammen verbracht und sind gespannt, wo wir uns das nächste  Mal auf unserer Reise treffen werden...

07 Juli 2012

Auf dem Silvertrail und Fahrt bis Dawson City

Ein schöner Morgen erwacht. Bald verlassen wir den verwilderten CP und besuchen in Pelly Crossing noch das Museum der Selkirk First Nation. Im kleinen Museum sind Kleider, Gegenstände für den Alltagsgebrauch, ein Lager sowie Fisch- und Jagdgeräte  gut und anschaulich ausgestellt. Verschiedene alte Karten und neue Bilder beschreiben das Leben der hiesigen Bewohner.
Weiterfahrt auf dem North Klondike Hwy bis zur Abzweigung des Silvertrails. Fahren durch dieses Seitental nach Mayo. Besuchen das Dorfmuseum und fahren der Schotterstrasse entlang weiter nach Keno. Halten immer wieder an, um die Landschaft zu betrachten.  Wir besuchen im kleinen Ort das Keno City Mining Museum. Hier geht es vor allem um die Darstellung der Silberminen in dieser Region. Eindrücklich. Dargestellt wird auch das Leben der Menschen, die in diesen Minen gearbeitet haben und in der Region wohnten. "Finde" Grossmutters Nähmaschine:





Wir besichtigen auch die Geräte, mit denen gerarbeitet wurde. Heute sind die Minen geschlossen. Neue Techniken haben die Gewinnung von Edelmetallen verändert.
Lunch im urigen Beizli beim Silberminen Museum


Rückfahrt auf dem Silvertrail. Wir beschliessen bei der Abzweigung auf den North Klondike Hwy die Weiterfahrt bis Dawson City.
Unterwegs am Hwy in Abständen immer wieder anzutreffen: "muss mal..." muss auch mal gezeigt werden! Sind meist recht sauber.






Wollen ein paar Tage in Dawson City bleiben. In dieser alten Goldgräberstadt gibt es viel Interessantes zu sehen. Wir wollen auch  die vielen Fotos verkleinern, damit wir die Berichte nacharbeiten können. Dawson City ist unsere letzte Station im ersten Reiseabschnitt durch Kanada. Schlummertrunk um Mitternacht in einer Bar. Es ist immer noch Tag!

06 Juli 2012

Pelly Crossing am Klondike Hwy

Fahren von Faro zurück in Richtung Klondike Hwy. Geniessen die Fahrt durch das eindrückliche Tal. Folgen dem GPS, das uns auf eine Abkürzung lockt. Die schmale 46 km lange Schotterstrasse führt mehrheitlich durch Wälder und immer wieder blühende Wegränder. Ab und zu bietet sich jedoch ein wunderschöner Ausblick auf die faszinierende Landschaft.



Erreichen schliesslich den Klondike Hwy wieder und fahren bis Pelly Crossing. Der CP da ist verwildert. Er wurde 2006 in Zusammenarbeit zwischen Regierung und den Selkirk Frist Nation erstellt. Keine Ahnung, weshalb dieser am Pelly River schön gelegene CP nicht mehr unterhalten wird. Schade.
Bleiben da und suchen einen einigermassen angenehmen Platz. Geniessen die Ruhe hier. Alles o.k bis auf die vielen Mücken... Trotzdem kochen und essen wir draussen.

05 Juli 2012

Faro

Bei 14°C frühstücken wir draussen. Die Sonne scheint - haben nicht das Gefühl, es sei zu kalt, um draussen zu frühstücken.
Fahren weiter und zweigen hinter dem CP in ein Seitental ab auf die geteerte Strasse nach Faro. Der Weg führt durch ein landschaftlich faszinierendes Tal mit Bergen, Seen und Wäldern. Bleiben mehrmals stehen, um diese schöne Landschaft zu betrachten und zu fotografieren. In dieses Tal kommen die Elche im Frühling zum kalben. Jetzt ist Sommer und wir können keinen einzigen Elch mehr sehen. Sie sind alle wegen der  wärmerenTemperaturen, Mücken und Rossbrämen weiter hinauf in die Berge gewandert. Dort gibts jetzt im Sommer genügend Futter. Kurz vor Faro ist nur noch Schotterstrasse, welche jedoch gerade erneuert wird.
In Faro finden wir einen sehr guten CP mit Standplatz im Wald und guten Sanitären Einrichtungen. Werden wieder kompetent informiert und aufgefordert, um 17.30 doch auch zum Elch-Burger Essen zu kommen und anschliessend Boccia zu spielen. Kostenlos, denn Elchfleisch darf nicht verkauft werden.
Treffen in dieser abgelegenen Gegend wiederum einige Schweizer an. Ein in der Region ansässiger Schweizer ist mit einem Kollegen unterwegs.
Ein Genfer lebt ebenfalls in der Region und hat Besuch von seiner Mutter. Seine Cousine ist aus dem Norden des Yukon angereist. Sie lebt seit 12 Jahren dort.
Das Boccia Spielen ist eine schöne Abwechslung. Mitmachen kostet 5 $. Der Gewinner erhält die Gesamtsumme.  12 Personen machen mit, d.h. es können 3 4er-Gruppen gebildet werden. Im Flug gehen die Stunden vorbei. Es wird viel gelacht und unter den Menschen unterschiedlichster Herkunft ergibt sich ein reger Austausch.
Diese Veranstaltung findet alle 2 Wochen am Donnerstag statt. Wir habens wieder mal gut getroffen!  Die vielen Mückenstiche oberhalb der Schuhe durch die Socken hindurch erwähne ich lieber nicht - sie haben mich noch ein paar Tage ans Boccia Spielen erinnert...