16 August 2012

Von Whistler nach Vancouver

Am Morgen geniessen wir beim Frühstück die herrliche Aussicht!




Bär war nachts keiner sicht- oder hörbar - owohl wir beim Eingang auf dem CP mittels Schildern und bei der Anmeldung noch mündlich, darauf aufmerksam gemacht wurden, dass Bären auf dem Gelände anzugtreffen sind. Wurden auch gebeten, uns bärengerecht zu verhalten. Inzwischen wissen wir ja, was das heisst: keine Lebensmittel draussen lassen und keine Abfälle, spätabends nicht mehr draussen kochen, um mit dem Geruch nicht unnötig Bären anzuziehen.
Müssen uns von diesem schönen Platz loslösen und wieder in den Wald hinunter Richtung Vancouver fahren - unserem nächsten Ziel.
Fahren durch das Tal des Cheakmusriver. Es ist bewaldet mit Lichtungen und kleinen Siedlungen. Immer wieder sind Bergketten sichtbar.



In der ersten grösseren Ortschaft, in Squamish, bekommt Leomobil endlich mal eine tüchtige Wäsche...  In nächster Zeit werden wir kaum mehr auf Schotterstrassen fahren.
Nun befinden wir uns definitiv wieder in dichter bewohnterem Gebiet. Uns wird bewusst, dass wir seit vielen Wochen in wenig bewohnten Gebieten unterwegs gewesen sind...

In Vancouver steuern wir ins Zentrum. Uff - wieder mal in einer Stadt mit Wolkenkratzern und Strassenschluchten. Dennoch finden wir uns leicht zurecht. Parkieren in der Nähe des ehemaligen Olympiadorfes und bummeln zum Hafen. Ein schöner Spazier- und Veloweg führt entlang des Hafens. In einem Restaurant am Quai stärken wir uns. Ich geniesse die bisher herrlichste Fischsuppe! Die wunderschöne Aussicht auf die gegenüberliegende Skyline und die Ruhe hier lässt uns eine Weile bleiben.



Fahren in den Norden der Stadt und sehen den CP Capilano. Aber wo ist die Zufahrt? Nach etlichem Kurven finden wir den Eingang und melden uns für 4 Tage an.
Zu spät bemerken wir, dass von der nahen Strasse, welche über die hohe Brücke zum Stanley Park führt, ein ununterbrochener Lärmpegel hörbar ist. Es gibt jedoch in Vancouver keinen andern CP in der Nähe.  Zudem ist die Infrastruktur hier gut. Und wir sind in 10 Minuten bei den Bussen, die ins Stadtzentrum fahren.
 

15 August 2012

Callaghan Lake, 20 km südlich von Whistler

Heisser Sommertag. Wir verlassen den kühlen Wald bei den Nairn Falls und fahren "hinaus" auf den Highway. Durchfahren sehr schöne Berglandschaften!
Erreichen bald Whistler - ein Ort vergleichbar mit St. Moritz in der Schweiz. Den heissen Sommertag verbringen wir als Zuschauer verschiedener Aktivitäten - Bilder unter www.umdiewelt.de/Reisende/Autor-273.html.

Rund 20 km nach Whistler zweigt die Strasse ab zum Callaghan Lake, einem Provincional Campground. Der Platz ist auf einem kleinen Plateau gelegen, still und ruhig mit herrlichster Aussicht in die bewaldeten Täler und Berge. Nachts bewundern wir den kristallklaren Sternenhimmel. Weit und breit ist keine künstliche Lichtquelle. Was für eine zauberhafte Stimmung!





 

14 August 2012

Nairn Falls 20 km nördlich von Whistler

Feiner Regen auf dem Dach - WAS - es regnet???  Nein - wir erhalten nur eine kleine Dusche, da der Rasensprenger läuft. "Unser" Tisch und Bank wurde beiseite gestellt, sodass wir trotzdem auf einem trockenen Tisch frühstücken können.
Fahren dem Fluss entlang und staunen über die riesigen Mengen an breiten und hohen Holzlagern entlang des Flusses. Fahren durch ein etwas trockenes Tal - dem Fluss entlang ist es grüner, hat immer wieder kleine Bäche und Sumpfwiesen. 
In 100 Mile House machen wir einen Stop. Wollen im Restaurant "Happy Landing" Mittagessen. Das Restaurant wird von Schweizern geführt. Schade - wir kommen 5 vor 2 h an - und um 2 bis 5 ist geschlossen.... Halten uns "halt" an ein Stück Pizza im Ort.
Das Wetter wird immer besser, schöner, wärmer und die Berge werden kahl und karg. Wir geniessen die Wärme hier im Westen.
Der 1. Pass über den wir fahren ist auf 1'250 müM - dann fahren wir in ein trockenes Tal und weite rüber den 2. Pass auf 1'050 müM durch Wüstenlandschaften - so wie ich mir den "Wilden Westen" vorgestellt habe. Hier könnte ein Teil des Westerns "Spiel mir das Lied vom Tod" gedreht worden sein... (Ist es wahrscheinlich nicht, aber die Landschaft erinnert mich an diesen Film).



 
Fahren fast parallel mit einem langen Güterzug. 52 Wagen und 3 Loken. Mal sind wir auf gleichem Niveau, mal ist der Zug über uns und mal unter uns. Wir halten immer wieder an, fotografieren und winken dem Lokführer zu. Er hupt zurück!



 
In Lillooet am Fraiser River machen wir erneut einen Fotostop. Lassen die karge Wüstenlandschaft mit dem tief unten fliessenden Fluss auf uns wirken. Sehen die Zelte der Fischer, die sich vorbereiten, die heraufschwimmenden Lachse zu fangen.
Der Güterzug hat entweder in Lillooet sein Ziel erreicht oder liegt hier einen Halt ein. Wir sehen ihn auf der andern Talseite im Ort stehen.
Langsam wird es Abend und wir fahren weiter talwärts. Bald führt die Strasse wieder durch Wälder. Auf dem CP bei den Nairn Falls, etwa 20 km vor Whistler, wollen wir übernachten. Es ist ein Provincional Campground. Lesen die Tafel am Eingang und suchen uns gemäss Weisung einen freien Platz. Selbstverständlich beachten wir den Hinweis, auf Bären aufmerksam zu sein, da solche auf dem Areal gesichtet wurden. Der Campground ist nahe des Nairn Falls im dichten Wald. Die Plätze sind sehr schön hergerichtet, mit feinem Kies belegt und eben. Haben schon lange keine soo hohen Tannen und so dichten Wald mehr gesehen! Es ist angenehm kühl. Sind am Einrichten, da kommen Lydia und Edi auf uns zu. Sie sind mit einem gemieteten Camper unterwegs und haben Leomobil mit der CH-Autonummer unterwegs stehen stehen. Sie dachten, da sind junge Schweizer unterwegs! Sind ziemlich erstaunt, dass schon etwas ältere aussteigen - zwei so in ihrem Alter... Sie sind passionierte Camper - es gibt viel auszutauschen. Da sie bald ihren Camper abgeben werde, bringen sie uns noch Holz und Holzkohle - vielen Dank! Wir verfeuern das Holz und geniessen so einen schönen Abend. Es ist stockdunkel - das Feuer und ein paar Kerzen verbreiten eine gemütliche Atmospähre - ob sie auch die Bären vertreiben? Jedenfalls vernehmen wir kein Knacken aus dem dichten Wald ringsum.
 

13 August 2012

Williams Lake

Per sms erfahren wir, dass Toni und Nelly auch in Prince George übernachtet haben - aber auf dem andern CP. Sie bleiben bis am Nachmittag dort. Auf unserer Weiterfahrt machen wir natürlich einen kurzen Besuch und freuen uns übers Wiedersehn. Feierns mit ihren feinen Espresso!  Wir haben beiderseits nicht damit gerechnet, uns hier zu treffen, da sie über Fort Nelson und Fort St. John Richtung Süden gefahren sind. Wo werden wir uns wohl das nächste Mal sehen?
Bei warmen, "tüppigen" Wetter fahren wir weiter südwärts durch Prärielandschaft des Westens.
In Williams Lake machen wir wieder Halt zum übernachten. Der CP liegt unterhalb des Ortes und wird fast nur von Pferdefreunden belegt. Am Rand des CP sind die Stallungen, wo die Pferde, mit denen Concours ausgetragen werden, untergebracht sind.

12 August 2012

Prince George

Fahren weiter Richtung Süden - einerseits ein gutes Gefühl, weil es verbunden ist mit Wärme und andererseits mit ein wenig Bedauern, dass die Wochen im Norden vorbei sind, wo wir so viele faszinierende Landschaften gesehen und erlebt haben.
Wir geniessen die Fahrt auf dem Yellowhead Hwy durch weite Landschaft mit Wäldern und Farmen.





 
Nach diesem Fahrtag mit 295 km  ist der ruhige CP am Stadtrand und am Waldrand eine gute Uebernachtungsmöglichkeit! Es ist bis am Abend spät warm - wir sitzen bis 22 Uhr draussen. Dann ist es stockfinster und wir verziehen uns ins Leomobil. Aus dem Dachfenster bestaunen wir den klaren Sternenhimmel.

11 August 2012

Houston

Bei 14° C und hoher Luftfeuchtigkeit frühstücken wir draussen. Kleine, kaum sichtbare Mücken plagen uns. Wasser auffüllen - abfahren und im Dorf in der Bäckerei gutes, festes Brot kaufen. Steward liegt in einer kleinen Ebene zwischen hohen Bergen. Der Ort erinnert an Blausee-Mitholz im Berner Oberland.  






Fahren aus dem engen Tal hinaus - die Landschaft wird allmählich weiter und breiter.




 
 
Und es wird wärmer. Vor Hazelton münden wir in den Hwy 16 ein - den Yellowhead.  Farmen liegen entlang des Fraiser Rivers.
In Houston geniessen wir die Wärme und die Blumen im Areal und beim Büro des Campingplatzes. Nach den letzten Wochen im Norden ist es eine Augenweide, die Blumenpracht zu sehen. "Unser" Platz liegt am Rand eines kleinen Waldes. Peter verfeuert noch das restliche Holz und wir geniessen es, draussen zu sitzen, obwohl es um halb 9 schon dunkel ist. Daran muss ich mich noch gewöhnen, dass die Tage viel kürzer geworden sind.  371 km gefahren.

10 August 2012

Bärentag Steward BC/Hyder Alaska USA

Nachts haben wir ab und zu Eulenschreie gehört. Sonst ist es still auf diesem schönen Platz im Wald am See.
Frühstücken um 9 Uhr bei 9°C. Es windet und wir haben das Gefühl, dass es noch kühler ist. Sind bald fertig und essen heute nicht so reichlich wie gestern!
Ein Eichhörnchen sitzt plötzlich bei der hintern Tür - schwupps sitzts auf dem verpackten Holz und hopp - blickts vom Reserverad herunter und äugt umher. Dann hüpft es wieder hinunter und weg ist es...
Bald fahren wir los. Nach 20 Minuten sehen wir einen Prachtskerl von einem Grizzli gemütlich die Strasse überqueren - uff - der Akku von meinem Fotoapparat ist leer! Das ist mir bisher noch nicht passiert! Schade! Wir halten an und schauen ihm zu, wie er das Bord am andern Strassenrand empor steigt, zurückschaut und dann im Gebüsch verschwindet. Und jetzt sofort Akku an Strom anschliessen! Zum Glück ist der Akku  von Peters Fotoapparat aufgeladen!


 







Die Strassenränder sind gesäumt mit gelb leuchtendem Hornklee, Weissklee, langsam verblühenden Weidenröschen, Katzenstielen und ab und zu blühenden Margrithen. Wenig später sehen wir noch einen Schwarzbär.
Dann ist eine halbe Stunde Halt. Die Strasse ist wegen Holzarbeiten mit dem Helikopter gesperrt. Niemand regt sich auf.
Zweigen auf die 37A ab und fahren weiter nach Steward. Melden uns dort auf dem CP an und fahren weiter nach Hyder USA bis zum Salmongletscher.
Heute sehen wir 11 Schwarzbären, 1 junger Schwarzbär sowie 4 Grizzlis, 2 davon beim Fischen.
Näheres und Fotos dazu (Akku zum Glück rechtzeitig wieder geladen) unter www.umdiewelt.de/Reisende/Autor-273.html .  Mein liebstes Bild von heute ist jedoch  die Bärenmutter mit ihrem Jungen - kurz bevor sie von einem Fotoblitz verscheucht wurden.



 

Die Fahrt nach Hyder USA ist problemlos, weil die USA aus Kostengründen dort keinen Grenzposten stationiert hat. Die Strasse führt nicht mehr weiter - nur noch 29 km hinauf zum Salmongletscher. Wir fahren jedoch nur 25 km weit und kehren auf 1'446 müM um, weil der Nebel immer dichter wird.















Unten im Tal in Hyder können wir im Fish Creec vom Holzsteg aus die Bären beim Fischen beobachten. Hyder liegt am Ende des 145 km langen Fjords, dem längsten Fjord der Erde.






Kurz vor 22 h kehren wir auf den CP in Steward zurück, richten Leomobil für die Nacht ein und geniessen noch Brot, Käse und ein Glas Wein, bevor wir müde aber sehr zufrieden schlafen gehen. Haben heute wieder mal viel gesehen und spannende Beobachtungen gemacht.