14 Juni 2012

Winnipeg Manitoba

Besuchen das Dorfmuseum der Mennoniten in Steinbach und sind begeistert. Das Museum lebt. Teilweise klingt Ballenberg an...









Kurzaufenthalt in der Stadt Winnipeg. Es ist einfach nur heiss, windig und staubig...
Uebernachten im Westen von Winnipeg auf dem CP am Fluss. Anmelden bei der Esso Tankstelle. Am Fluss unten hat es viele Mücken. Wir bleiben zwar noch draussen - jedoch mit viel Mückenspray versehen.Trotzdem finden sie noch Ritzen in der Kleidung zum stechen!
Der Platz ist idyllisch am Fluss gelegen - jedoch ziemlich lärmig wegen der nahen Strasse. Trotzdem schlafen wir tief und gut. 

13 Juni 2012

Steinbach/Winnipeg Manitoba

Die riesig grossen Wälder von Ontario liegen hinter uns - die weiten Ebenen von Manitoba, Alberta und Saskatchewan vor uns. Das ist ein bisschen weit ausgeholt, denn heute sind wir erst in Manitoba angelangt. Die Landschaft hat sich verändert - wir durchfahren topfebenes Land - meist Farmland mit fast unabsehbaren Weizen- und Maisfeldern. Die Saat ist jedoch erst 10 - 15  cm hoch.
Faszinierend sind die Wolkenbilder, die sich über dem weiten Himmel zeigen. Im Westen ziehen schwarze Wolken auf  - obs wieder Regen gibt? Nein - die Wolken lösen sich weit weg auf und wir geniessen einen schönen Abend auf dem fast leeren flachen Campingplatz. Es ist wieder wärmer und heute kein Regen.
Bei einem längeren Gespräch mit dem Campingbetreiber vernehmen wir, dass übers nächste Wochenende hier ein grosses Fest - eine Art Karnelval - stattfinden wird und der Platz voll besetzt sein wird. Dieser Platz ist von Mitte Mai bis 3. Septemberwoche geöffnet. Es gibt sehr kalte Winter hier mit teilweise bis zu 1 m Schnee. Schaue mich um und freue mich darüber, dass rundum vereinzelt Löwenzahn blüht und es nicht so kalt ist! Ausser uns sind noch 2 WoMo da sowie 2 Radfahrer habe ihr Zelt aufgestellt. Die Sanitäranlagen sind einfach aber funktionieren. Übernachtungskosten für Strom und Wasser inkl. Internet $ 25.--
605 km gefahren

12 Juni 2012

Fort William und Kakabeka Fälle

Wir wollen Fort William besuchen - eine historische Stätte, wo die Geschichte lebendig erhalten wird. Zuerst sind wir etwas "muff", dass die Besichtigung nur mit einer Führung möglich ist. Also warten wir  - was bleibt anderes übrig! Es stellt sich jedoch heraus, dass wir dank der Führung die Geschichte anschaulich mitbekommen. Lisette führt uns durch das Fort, schlüpft in die Rolle einer jungen Frau, die in einem Tipi aufgewachsen ist, mit einem Arbeiter im Fort verheiratet ist und 6 Kinder hat. Sie erzählt wie sie das Leben hier im Fort William im Jahr 1815 erlebt, verschiedene Arbeiten verrichtet und dass im Sommer zwischen 700 und 800 Personen inkl. der Reisenden (Voyageures) leben.  Studentinnen und Studenten sowie SchauspielerInnen schlüpfen in die Rolle der damals Lebenden.

Bis die Führung beginnt, erklärt uns ein Indianer seine Lebensweise. Das Bild zeigt ihn hier im Sommer-Wigwam. Dieses hat nur wenige Felle und Decken am Boden sowie keine isolierten Wände.


Im Rauchhaus: unten wird Karibu- und anderes Fleisch und oben Fisch geräuchert.


Vorne links das Rauchhaus - hinten das Sommer Wigwam


Lisette mit Tragsack fürs Baby - an Stelle von Windeln werden Flechten in den Sack gelegt - wickeln entfällt - Flechten auswechseln ist einfacher... Die gleichen Flechten werden beim Bau des Winter-Wigwams als Isolation zwischen zwei Schichten Birkenrinde verwendet.


Vorräte im Wigwam - rechts im Korb aus Birkenrinde die vielseitig verwendbaren Flechten


Zuckerstock! Luxusgut für reiche Bürger! Ein  kleines Stücklein Zucker wird in den Mund gesteckt - oft in ein Zahnloch - bis der Zucker aufgelöst ist. Folge davon: schlechte Zähne...

Instrument zum Zahnziehen...  ich glaube, mir würden die Zahnschmerzen vergehen!

Weiter gehts zu den Heilmitteln...


...mit Kennerblick
Herstellung von Pillen. Das Pulver wird zu "Teig" verarbeitet, gerollt und dann zu kleinen Stücklein geschnitten und getrocknet


Wedgwood Geschirr aus England für die reichen Reisenden

"Grillofen" - das Fleisch wird aufgelegt und das Zinngestell mit der Öffnung zum Feuer hin vor das Cheminee gestellt, bis das Fleisch gar ist.
Nach dieser interessanten Besichtigung fahren wir weiter und gelangen zu den Kakabeka-Fällen. Sehr eindrücklich!





Der CP ist sehr einfach.  Die Plätze sind im Wald gelegen mit Feuerstelle, Holztisch und -bänken, Strom und Wasser und etwas abseits Plumpsklo. Übernachten kostet  $ 43.
Um 20 Uhr ist es 10°C - muss wieder Odlo hervorholen...
75 km gefahren

11 Juni 2012

Thunder Bay am Lake Superior

Gut geschlafen, obwohl der CP an der Strasse liegt und ab und zu Lastwagen vorbeigedonnert sind.  Ausser uns sind nur noch 2 Gäste da. Gegen Morgen hats offenbar wieder geregnet - Gras und Boden sind nass - trocknen jedoch bald an der Sonne und im Wind. Die Mücken finden keine Ritze in der Kleidung, um hineinzuschlüpfen.  Mückenspray und Mückenkopfschutz schrecken sie ab.  Zwei Mal hüpft beim Frühstück ein Chipmunk (kleines Eichhörnchen vom Kopf bis Schwanz gestreift) fast über unsere Füsse - hopp - und schon ist es wieder weg!
Geniessen den Morgen an der Sonne im lichten Birkenwald.
Weiterfahrt nach Thunder Bay auf den Walmart Parkplatz. Peter muss wieder nach einem Schaden in der Wasserleitung suchen und vor allem auch die undichte Stelle in der Carosserie vorne finden, da wir nach jedem Regenguss - d.h. in letzter Zeit praktisch täglich - Wasser am Boden vorfinden.
Er ist erfolgreich - findet die undichten Stellen und repariert sie. In der Stadt selber finden wir nichts Besonderes zum Besichtigen. Fahren aus der Stadt hinaus auf den CP im Chippewa Park. Liegt am Rand eines Indianer Reservats. Freundlich begrüsst. Platz ist gut gelegen, Einrichtung relativ sauber. Es gibt auch Warmwasser, 3 Duschen, die gut funktionieren, jedoch keine Türen haben. Ausser dem Leomobil stehen noch 2 Wohnmobile da und 1 Campinghütte ist belegt. Übernachten mit Strom, Wasser und Internet kostet $ 28.
Am Himmel bilden sich im Westen schwarze schwere Wolken. Es ist heiss und windig. Plötzlich verschwindet die Sonne hinter den Wolken und ein kurzer Hagelschauer fegt über die Gegend. Wir sind am Rand des Unwetters. 15 Min. später scheint die Sonne wieder und der Wind trocknet die Holztische. Es ist jedoch ein paar Grad kühler geworden. 115 km gefahren bis heute total 6'239.

10 Juni 2012

Lake Superior - Nipigon Birchwood

Um 10 h ist Abfahrt - weiter dem grossen Lake Superior entlang - oftmals sehen wir nicht zum andern Ufer, das weit entfernt ist (und in den (USA liegt...), fahren durch Wälder...



...überqueren grosse und kleine Zuflüsse zum Lake Superior. Dieser liegt auf 190 müM. Die Waldlandschaft ist ziemlich hügelig, sodass wir mal am See vorbeifahren und dann wieder einen guten Ausblick auf die weite Wasserfläche haben.


Abends finden wir bei Nipigon einen CP in einem lichten Birkenwald. Sehr schön anzuschauen - wir werden jedoch von den Mücken geplagt. Zudem soll es Schwarzbären in der Nähe haben. ok. Der CP liegt an der Strasse, teilweise Lastwagenverkehr, die Sanitäreinrichtungen sind sauber aber sehr einfach. Aus der Dusche kommen mir ein paar müde Wassertropfen entgegen. Übernachten inkl. Strom und Wasser kostet $ 28.


Längeres interessantes Gespräch mit Hildegard, einer Schweizerin, die vor 34 Jahren mit ihrem Mann hierhin ausgewandet ist. Die beiden haben eine grosse Farm bewirtschaftet. Sie möchte nicht mehr in die Schweiz zurückkehren.
Heute 549 km gefahren - beim Fahren abgewechselt.

09 Juni 2012

Sault Ste. Marie und 1 aufregende Stunde in den USA

In der Nacht hat es zünftig geregnet. Wir wollen heute ein gutes Stück weiter westwärts fahren und um 7 Uhr aufstehen. Da giesst es wieder wie aus Kübeln! Also warten wir noch eine Stunde. Dann ist der Regen vorbei und wir stehen auf. Frühstück drinnen - draussen ist es zu nass.
Fahren weiter über die Insel Manitoulin bis Espanola. Unser heutiges Ziel ist Sault Ste. Marie. Unterwegs kaufen wir ein: Rindssteak, Salat, Rüebli, Tomaten, grüne Spargeln, Bier, Coca Cola, Milch, Nüsse, Brot, Biscuits, Kühltasche für total $ 66. Aepfel haben wir noch 4 Stück. Aus Platzgründen kaufen wir heute keine. In der Kühltasche bleiben Fleisch, Milch und Gemüse frisch. Die andern Einkäufe bleiben in der Einkaufstasche. Legen alles hinten ins Auto - wie üblich, wenn wir unterwegs einkaufen. Beziehen auch noch Geld am Bancomat.
Erreichen Sault Ste. Marie und gehen mal ins Casino, um etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Es ist 28°C draussen und wir geniessen es ausnahmsweise, in einem klimatisierten Raum zu sein. Schauen dann den Spielern und Spielerinnen  zu. Vorallem ältere und alte Leute sitzen vor ihren Spielautomaten und schauen konzentriert auf die ratternden und klingenden Maschinen. Nebst dem Automatengerassel ertönt eine Art Sphärenklang aus Lautsprechern - man ist in eine völlig andere Welt versetzt!
Wir suchen via GPS den nächsten Campingplatz. Der ist knapp 4 km entfernt. Also los - weiter über Highway 17 - nein das GPS weist uns auf die Brücke nach den USA. Zwei mal fahren wir im Quartier herum und suchen den "richtigen" Weg - der führt einfach über die Brücke. Also los - wenns das GPS so vorgibt fahren wir diesen Weg in der Annahme, dass die Schlaufe, die im weitern Verlauf unseres Weges sichtbar ist, uns ganz sicher auf einen CP in Kanada bringt. Doch zu spät bemerken wir, dass wir auf direktem Weg zum Grenzübergang in die USA sind! Das unscheinbare Gebäude auf der linken Seite mit den heruntergelassenen Storen, das uns menschenleer erscheint, erachteten wir nicht als kanadischen Grenzübergang. Bereits auf der Brücke merken wir, dass es kein zurück mehr gibt - und wir können nicht mehr wenden!



Am Uebergang bitten wir als erstes um Hilfe und erklären unsere Situation. Die Grenzbeamtin verlangt unsere Pässe, fragt ob wir Spritzen dabei haben, fragt nach festem Wohnsitz, wieviel Geld wir dabei haben, in welcher Währung - ob wir Gemüse, Fleisch, Alkohol oder Medikamente dabei haben. Letzteres ja - betreffend die andern Waren sagen wir nein, denn wir wollen ja nicht unsere Einkäufe fürs Nachtessen und fürs Wochenende hergeben und wir wollen ja noch nicht in die USA einreisen!!! Wir möchten einfach nur umkehren dürfen... Die Grenzbeamtin ist bestimmt aber freundlich und  sagt, sie schaue was sie für uns tun könne und schliesst die Tür. Bald kommt eine zweite Beamtin und ein Beamter und weisen uns an, ihnen ganz dicht zu folgen und nach oben auf den Parkplatz zu fahren. Dort werden wir angewiesen, unsere persönlichsten Sachen mitzunehmen, jedoch die Handys im Auto zu lassen und den Schlüssel abzugeben. Die Beamtin passe auf das Auto auf. Wir müssen einem weitern Beamten ins Büro folgen. Dort werden die gleichen Fragen nochmals gestellt. Wir erklären unsere Reise und dass wir ein ESTA-Visum haben - jedoch erst in Alaska in die USA einreisen möchten.  Der Beamte ist freundlich und sagt, dass ihm bekannt sei, dass ab und zu Leute via GPS bei ihnen "landen". Die Pässe werden nochmals kontrolliert und wir erhalten genaue Anweisungen, was bei einer Einreise in die USA zu berücksichtigen ist. Als erstes und ganz wichtig: kein Bennholz mitnehmen! Wir erhalten zudem 2 Blätter mit Informationen betreffend Grenzübergang in die USA und werden ermahnt, diese Weisungen dannzumal einzuhalten!
Schliesslich warten wir ein Weilchen. Der Beamte kommt zurück, telefoniert mit dem kanadischen Grenzübergang und  begleitet uns zum Auto zurück. Dort erhalten wir unsere Pässe und die Schlüssel zurück. Leomobil wird nicht durchsucht. Aufatmen! Wir werden angewiesen, ein paar Meter nach vorne zu fahren, dann dürfen wir wenden und wieder in Richtung Kanada über die Brücke zurückfahren. Wir gelten als "nicht eingereist".  Vielen Dank!
Erleichtert fahren wir weiter. Finden dann doch noch den schönen CP KOA rund 15 km von Sault Ste. Marie entfernt. Der Platz liegt im Wald, leider nahe der Hauptstrasse und Eisenbahnlinie. Die Parzellen sind ziemlich gross und haben einen Holztisch mit 2 Bänken sowie 1 Feuerstelle. Sehr gute geheizte Sanitäreinrichtungen sowie draussen im Unterstand eine praktische Küche zum Benützen und eine Einrichtung fürs Geschirrspülen. Werden sehr freundlich empfangen, gut informiert und ermahnt, keine Lebensmittel oder Abfälle draussen zu lassen wegen der Bären. Falls wir doch einen sehen würden, einfach in die Hände klatschen - dieser würde dann weggehen. - Letztes Mal vor ein paar Tagen so passiert. - Endlich - um 20.30 geniessen wir unser feines Steak mit Salat und Rösti und stossen mit einem Bier auf diesen aufregenden Tag an. Übernachtungskosten inkl. Strom und Wasser $ 48. Internet steht nicht zur Verfügung.
Heute 330 km gefahren 

08 Juni 2012

Insel Manitoulin

Heute ist ein Erholungs- und Faulenzertag am schönen See! Vögel beobachten und die immer wieder vorbei schwebenden Monarchfalter bewundern.


Gegen Abend ist es mit der Ruhe vorbei! Fast in jedem der umstehenden überwinterten Campingwagen kommen die Besitzer, um das Wochenende oder den Sommer hier zu verbringen. Da surrt und hämmert und klopft es ringsum - es ist eine Betriebsamkeit wie auf einem Wochenmarkt. Jeder nimmt den Rasenmäher hervor und mäht wie wild - so lärmt es bis nach 22 Uhr. Niemand regt sich auf, denn das Gras muss gemäht werden, bevor es regnet. Tatsächlich gegen 22.30 Uhr beginnt es zu tropfen und schon bald giesst es wie aus Kübeln.
Im Verlauf des Nachmittages kommen immer wieder Leute vorbei, um Leomobil zu bewundern. Da ergibt sich manch interessantes Gespräch. Wir vernehmen, dass in Kanada über die Distanzen zwischen den Ortschaften nicht in km gesprochen wird, sondern in Fahrstunden. Zum Beispiel ist es von hier bis nach Winnipeg 10 Stunden zu fahren - keine Ahnung wieviele km sagt der Kanadier. Wir erhalten gute Tipps, was wir wo unbedingt besuchen sollen  und auch Adressen.
Der  Tag war erholsam - auch wenns vom Nachmittag an mit Faulenzen eigentlich vorbei war...