13 Juli 2012

Freitag der 13 in Chicken Alaska

Fahler Sonnenschein  begrüsst uns beim Türe öffnen - angenehme Temperatur!  Möchten Tee kochen, doch die Wasserpumpe funktioniert nicht. Peter hat gestern Abend den einen leeren gegen den andern vollen Wasserkanister ausgetauscht - vermutlich ist dabei Luft ins Pumpsystem gelangt. Trotz aller Bemühungen gelingt es ihm jedoch nicht, die Wasserpumpe richtig in Gang zu bringen. Es rinnt nur wenig Wasser. Schliesslich fülle ich den Wasserkrug mit gekauftem Wasser auf, damit wir endlich Tee kochen können.
Peter steigt dann aus mit der Frage: "Weshalb sind wir eigentlich beim Erwachen am Morgen nach hinten links schräg gelegen?" Er findet den Grund sofort: der hintere linke Pneu hat nur noch wenig Luft, deshalb hat sich Leomobil geneigt.  Nun wird das Werkzeug ausgeräumt, Leomobil hinten angehoben, sodass wir den Pneu kontrollieren können. Wir drehen das Rad mehrmals und finden schliesslich die Stelle, wo ein feines Säuseln zu hören ist... Wohl ein "Souvenir" von der gestrigen Fahrt nach Eagle. Auf der Gravelroad hat es verschiedene Stellen mit spitzen Steinen. Das haben wir bemerkt und sind nicht allzuschnell gefahren.  Also Radwechsel. Ist nicht so schnell getan, wie gesagt. Wir sind bereits über 14'000 km gefahren und da ist es nötig,  beide hintere Räder zu wechseln, um mit gleichmässigen Profilen zu fahren. Er will zuerst das linke Rad abnehmen. Doch wo ist der Schlüssel zum Sicherheitsschloss? Genau dieser Schlüssel fehlt ihm in der Sammlung. Ich habe in Halifax im Leomobil einen kleinen Schlüssel gefunden, wusste nicht wo der hingehört - Peter auch nicht. Also habe ich ihn "für alle Fälle" in meine Kiste 2 gelegt. Doch meine Kiste 2 ist verzurrt, das Leomobil ist einseitig aufgebockt und es ist jetzt nicht grad sinnvoll, einzusteigen und die verpackte Kiste zu lösen. Also Schlössli aufsägen. Inzwischen ist es 11 h und wir sollten den Platz verlassen, weil wir heute nach Fairbanks fahren wollen.
Mehrmals erkundigen sich Leute nach der Einrichtung im Leomobil und wundern sich, dass man in einem so kleinen Gefährt, das jedoch so praktisch eingerichtet ist, reisen kann.
Einzig ein Paar aus Ohio, das mit einem kleineren WoMo unterwegs ist sowie eine Frau aus Alaska, die hier Gold wäscht, finden es cool, so zu reisen. Es ergeben sich gute und interessante Gespräche, währenddem Peter arbeitet...
Ich will noch eine Nacht hier in Chicken buchen - doch der Platz ist ausgebucht! Wir können jedoch auf dem "Trockencamping" auf der andern Seite des Chicken Creek campieren, d.h. dort hat es kein Wasser und kein Strom. Spiel keine Rolle. Die "Washrooms", wie die Toiletten genannt werden, sind über die schmale Brücke über den Chicken Creek erreichbar. Kosten: $ 14.
Im Büro versichert man uns, dass wir so lange auf dem Platz bleiben können, bis die Räder gewechselt sind.
Schliesslich ist das linke Hinterrad gewechselt. Da rollen ein Riesen-WoMo nach dem andern an - und eine Frau weist per Funk diese WoMos in die freien Plätze. Es sind rund 20 Riesen-WoMos aus Florida, welche auf einer geführten 30tägigen Alaska-Tour hier in Chicken Halt machen. Fast ausnahmslos klettern Senioren aus den riesigen Gefährten. Die meisten haben den PW hinten angehängt...


Wir packen alles zusammen, legen alles Werkzeug, etc. einfach hinten ins Auto und fahren auf die andere Seite des Creek.
Dort wird nochmals ausgepackt und Peter macht sich erneut an die Arbeit! Beim rechten Rad zuerst die Kiste abschrauben, dann die Schaufel lösen und erst dann hat er Zugang zum 2. Reserverad.


Machen nach getaner Arbeit eine kurze Fahrt zum nächsten Hügel. Dort soll eine Garage sein. Finden sie nicht. Fahren etwas weiter, denn dort sollen am Morgen Elche geweidet haben. Natürlich sehen wir keine - sondern nur die Spuren am Strassenrand. Dafür sehen wir erstmals einen Weisskopfseeadler! Was für ein stolzes, wunderbares Tier, das wir da beobachten können.
Besichtigen noch den Kern des Ortes. Beschreiben kann ich nur den feinen, in Mürbeteig gebackenen und gedeckten Weichselkirschkuchen und Kaffee - der Ort selber ist unbeschreiblich.



Dieser alte Goldgräberort lebt grösstenteils von der Vergangenheit. Es gibt jedoch einige wenige Leute, die im Chicken Creek noch nach Gold suchen. Wir haben ein nettes Paar kennen gelernt und dürften sie beim Goldwaschen  fotografieren.
Goldwaschen heute ...



...und Goldwaschanlage früher:


Mit feinen Fish and Chips und einem Bier beschliessen wir den heutigen Freitag, den 13. in Chicken.

12 Juli 2012

Gruss aus Amerika

Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte

Bereits 11 Wochen sind vorbei, seit wir uns verabschiedet haben, um die weite Welt zu erkunden. Vieles haben wir schon gesehen und viel Neues wartet noch auf uns. Im Moment stehen wir in Dawson City und warten, bis der Regen aufhört, um dann den "Top of the World Hwy." zu befahren.
Dawson City ist eine alte Goldgräberstadt im wahrsten Sinne des Wortes und es könnte hier auch ein Western gedreht werden. Wenn ich bedenke, dass in den Goldgräberzeiten hier massenhaft Leute wohnten... damals über 30'000 -  1 Liter Milch kostete $ 30.- etc. Heute leben hier noch ca. 1500 Einwohner. In einer Boutique haben wir eine Frau angetroffen, die vor 35 Jahren das Abenteuer gesucht hat - notabene aus Zell im Luzerner Hinterland. Sie hat sich hier eine Existenz aufgebaut - in 100 Tagen muss das Jahreseinkommen stehen - ist Kunstmalerin und verarbeitet Goldnuggets zu sehr schönem Schmuck...
Die Leute hier sind alle sehr freundlich und hilfsbereit. Morgen geht es weiter, wie schon geschrieben, dann gilt es in die USA einzureisen und die Grenze zu überqueren. Den Dempster Hwy. haben wir bewusst ausgelassen, da er ähnlich wie die Strecke nach Prudhoe Bay zu befahren ist. Wir hoffen hier auf besseres Wetter. Wir werden bis ca. Mitte August in Alaska verweilen, denn die Tage werden hier laufend kürzer - im Dezember gibt es noch 4,5 h Tageslicht. Und kalt wird es auch - bis zu - 55 °C...  So hoffen wir doch, dass uns der Wettergott gut gesinnt ist. Wir freuen uns auf die kommende Zeit und auch bereits auf den Indian Summer, der vereinzelt zwar bereits ab Mitte August die Wälder farblich verändert.
Anschliessend geht es zurück, Richtung Vancouver, dann wieder etwas hoch in den Banff NP, nach Calgary und dann südlich wieder Richtung USA - Yellowstone NP lässt grüssen!

Wer sich für die Bilder interessiert, kann diese sehen unter:
www.umdiewelt.de/Reisende/Autor-273.html
Kathrin schreibt ihrerseits ein Tagebuch, was wir nicht in Bildern festhalten:
http://kupaufreisen.blogspot.com

So, nun seid alle herzlich gegrüsst - uns geht es sehr gut und wir sind immer noch aufs Reisen motiviert.
Kathrin und Peter

See you Canada - 1. Tag in Alaska - Chicken

Fahren um 9 h bei stahlendem Sonnenschein in Dawson City ab. Setzen mit der Fähre ausserhalb des Ortes über den Yukon. Im Winter besteht hier eine Eisstrasse, da der Yukon  von Oktober bis Mai zugefroren ist. Das erste Reissen des Eises wird genau festgehalten. Es findet gemäss Tabelle zwischen dem 30.4. und 28.5. statt und ist jedes Jahr Anlass für ein Fest!
Fahren auf dem Top-of-the-World Highway in Richtung Alaska. Der Hwy verläuft meist über Hügelkämme, sodass wir die Sicht nach rechts und links der Strasse geniessen können.




Faszinierend! Die Landschaften verändern sich immer wieder. Die Weite dieser schier endlosen Wälder, von Tälern durchschnittene Hügel, Berge, Wolkenbilder sind kaum auf Fotos wiederzugeben - es kann nur beim Versuch bleiben...




Von dieser Passstrasse aus ist die Sicht einfach grossartig! Was für ein guter Entscheid, dass wir in Dawson City diesen schönen Sonnentag abgewartet haben!
Nach 106 km erreichen wir die Grenze zu den USA und verlassen Kanada, wo wir vom 28. April bis 12. Juli, also 2 1/2 Monate, unterwegs gewesen sind.

Auf 1264 müM können wir auf dem Grenzposten Pooker Creek problemlos in die USA einreisen und bekommen die Erlaubnis, 3 Monate in den USA zu bleiben. Haben nichts dabei, was wir nicht dabei haben dürften (Feuerholz, Früchte, Fleisch, etc.), dann Pass zeigen, Fingerabdrücke geben, 6 US$ pro Person zahlen und fertig! Das ESTA-Visum, das wir noch in der Schweiz besorgt und bezahlt haben, nützt überhaupt nichts! Der Grenzbeamte hat nur ein müdes Abwinken dafür übrig.
Neu orientieren ist angesagt: Zeitzone ändert - Uhr wieder eine Stunde zurückstellen - haben nun 10 h Differenz zu MEZ. Geld ändert - ab jetzt sind US $ gefragt. Masse ändern - ab jetzt sind nicht mehr km, m, l oder ° Celsius massgebend, sondern Meilen, Fuss, Gallonen und ° Fahrenheit, etc.
Reisen also in Alaska ein und fahren bis zur Abzweigung nach Eagle. Gemäss Wegweiser sind es 65 km. Unterwegs merken wir: "inekeit" - es sind 65 Meilen!!!
Der Ausflug lohnt sich! Die Fahrt auf der Seitenstrasse des Taylor Hwy durch das Tal des Taylor River ist faszinierend. Und was da alles am Wegrand blüht: Weidenröschen - diese blühen jedoch grossflächig in den von Waldbränden heimgesuchten  Gebieten und tauchen diese in ein sanftes Pink ein! Weiter blühen Lupinen, Schafgarbe und noch andere Blumen, wie sie in der Schweiz auch zu finden sind.
Tiere sehen wir nicht viele: Vögel wie dieser Steinschmätzer, der als Sommergast in der offenen Tundra von Alaska und im Gebiet des Yukon weilt.



 Zwei mal sehen für 1 Maus, die wie an einer Schnur gezogen zielgerade über die Strasse läuft und 1 Weissfusshase, der auf der Strasse sitzt und bei unserem Näherkommen über die Strasse ins Gebüsch hoppelt.
Eagle ist ein kleiner verlorener Ort - ehemals beim Goldrausch entstanden. Im Kaffee vernehmen wir, dass hier rund 200 Menschen leben, die Strasse von Mitte Oktober bis Mitte April - also 6 Monate im Jahr! gesperrt ist. Während des Sommers werden Vorräte an Diesel und Gas sowie haltbare Lebensmittel angelegt. Im Ort ist eine Krankenschwester - Arzt gibt es keinen. Zahnarzt sowieso nicht. Die zur Zeit 25 Kinder gehen hier zur Schule. Der Ort kann im Winter nur per Flugzeug erreicht oder verlassen werden. Während 4 Monaten dringt im Winter kein Sonnenstrahl ins Dorf, das in der weiten Talsole des Yukon liegt. Wunderschöne Sicht vom Dorfplatz aus:





Das kleine Gebäude links im Bild mit der Satellitenschüssel auf dem Wellblechdach ist das bescheidene Kaffee. Es gibt Kaffee (mmh fein!!), Tee, einige Süssgetränke und 3 Stück selbstgebackene "Güetzi". Noch ein wenig vakuumverpacktes Gebäck, Pommes Chips sowie von der Mutter der jungen Frau selbst gefertigten Schmuck, ein paar Töpfergefässe und Schreibkarten mit Fotos der Region. Ein Einwohner von Eagle ist Hobbyfotograf und hat die stimmungsvollen Bilder geknipst. - Gegenüber ist das Museum.
Sprechen mit der jungen Frau, die das Kaffee führt und mit einem jungen Mann, der nebenan Diesel tankt. Beide möchten um keinen Preis anderswo leben und das Leben mit den von der Natur gegebenen Bedingungen gegen ein Leben in der Stadt eintauschen. Beide sind froh, wieder nach Eagle zurückkehren zu können, wenn sie mal nach Fairbanks müssen.

Tja, hier ticken die Uhren etwas anders. Das Touristbüro mit Bibliothek, Gemeinschaftsraum und Wireless-Station ist täglich von 18 - 21 h geöffnet. Das Dorfmuseum ist von 9 - 13 h offen. Einzig die "Gorgerie" (Lebensmittelgeschäft und Laden mit dem Nötigsten, was man noch so zum Leben braucht) hat längere Öffnungszeiten. Das Büro für die Nationalparks in Alaska und ganz USA ist jedoch am Nachmittag offen. Erhalten gute Informationen und können ein Video mit schönen Aufnahmen und der Arbeit der Ranger in dieser Region anschauen.
Die Rückfahrt von Eagle in Richtung Hwy ist im späten Nachmittagslicht sehr schön. Fahren bis Chicken und übernachten hier auf dem CP.




Heute 356 km gefahren. Kosten fürs Übernachten auf dem einfachen CP 26 US$ inkl. Duschen und Wireless.

11 Juli 2012

Regentag mit Aufhellungen in Dawson City

Am Morgen regnet es immer noch. Gemäss Wettervorhersage soll es morgen besser werden. Wir beschliessen, noch einen Tag hier zu bleiben und morgen bei gutem Wetter auf dem Top-the-World High Way nach Alaska zu fahren.
Es gibt immer etwas zu tun: Wäsche waschen, schreiben, lesen, Fotos verkleinern, Sicherung am Kühlschrank ersetzen, weil dieser plötzlich ausgestiegen ist, usw.
Und selbstverständlich immer wieder mit Leuten ins Gespräch kommen... Wir werden oft auf das Leomobil angesprochen und nach dem Woher und Wohin gefragt. Leomobil geht neben den grossen Wohnmobilen fast verloren... Stehen auf diesem CP in Dawson City ziemlich eng Fahrzeug an Fahrzeug.
Wir treffen auch hier viele Schweizer an. Auf dem übernächsten Platz steht ein Wohnmobil mit einem Schweizer Paar. Einige Plätze weiter stehen die beiden Frauen, die und ihre Männer wir in Carmacks bereits getroffen haben. Die Männer sind seit 5 Tagen auf dem Yukon mit dem Kanu unterwegs und sollten bald hier eintreffen. Sind in unsern Alter. Wir bewundern diese Leistung! In einem andern Camper ist eine weitere Familie mit 2 Kindern.
Beim Bummel durch den Ort haben wir  nochmals Schweizer getroffen, die 6 Wochen unterwegs sind.
Der Laden im blauen Haus gehört einer Schweizerin, die vor über 30 Jahren nach Dawson City ausgewandert ist!


 
Sie verkauft unter anderem selber gelötete Goldnuggets in Form von Inukshuks, Symbol der Inuit, den richtigen Weg zu finden.

10 Juli 2012

Regentag in Dawson City

Die Wetterprognosen stimmen - es regnet! Aber es ist nicht so kalt, nur 12° tagsüber.  Lassen uns Zeit mit Aufstehen und Frühstücken. Geplant ist ja, hier in Dawson City die Berichte nachzuarbeiten und Fotos zu verkleinern. Planung gut - Ausführung nicht möglich, denn wir erhalten hier  max. 4 h pro Tag Zugang zum Internet, die Leistung ist jedoch zu schwach, um Fotos hochzuladen. Zudem bricht die Internetverbindung öfters ab. Peter bekommt gar keine Verbindung mit seinem Laptop. In der Bibliothek können wir zusätzlich pro Laptop max. 1/2 h pro Tag Internetverbindung bekommen. - Alltag in Dowson City...
Wir machen es uns gemütlich im Leomobil. Dank Heizung ist es schön warm und wir geniessen den Regentag mit schreiben, lesen, Musik hören, Fotos verkleinern, damit wir dann bereit sind, einige davon in den Berichten zu veröffentlichen und einfach mit SEIN. Am späten Nachmittag bummeln wir ins nahe gelegene Restaurant zu einem Kaffee. Da wissen wir die Holzstege zu schätzen, denn die Naturstrassen sind nach dem Regen ziemlich aufgeweicht. Hier bei schönem Wetter fotografiert:


09 Juli 2012

Dawson City Stadtbummel

Stehen um 9 h auf - die Sonne steht schon hoch, denn sie ist letzte "Nacht" nur für kürzere  Zeit  unter dem Horizont verschwunden. Es ist schon recht warm. Toni und Nelly wollen heute weiter fahren. Wir verabschieden sie im Wissen, dass wir uns irgendwo auf der Reise wieder treffen werden!
Peter und ich bummeln durch Dawson City (1500 Einwohner) und dem Yukon entlang. Es ist ein schöner warmer Sommertag. Wir besuchen das Kulturzentrum der Dänojà Zho, der etwa 450 First Nation people, welche hier in der Umgebung leben. Wir lernen viel über deren früheres und heutiges Leben sowie über die enormen Veränderungen, die der Goldrausch vor gut 110 Jahren gebracht hat...  Im Dawson City Museum werden uns die teilweise gleichen Themen aus Sicht der Ankömmlinge nähergebracht. Das enorm harte Leben wird eindrücklich gezeigt. Es ist kaum vorstellbar, wie Menschen unter diesen Bedingungen von Schnee, Kälte bis zu -55° C und Krankheiten überhaupt überleben konnten. Von der aus unserer heutigen Sicht mangelhaften Ausrüstung gar nicht zu reden..




Auch die Hütte, wo Jack London um 1900 herum in der Region lebte, zeigt eindrücklich die damaligen Bedingungen, hier zu leben. Links die Hütte, rechts der bärensichere Vorratsspeicher.




Hier in Dawson City hat es nicht so viele Mücken - aber sie scheinen heute agressiver zu sein als sonst. Trotzdem geniessen wir das Nachtessen draussen bei Sonnenschein.

08 Juli 2012

Dawson City, Goldgräberstadt

Stadtbummel. Schönes Wetter. Dawson City ist anders als die bisher besuchten Goldgräber-Orte. Hier leben rund 1500 Einwohner. Es gibt Läden, Restaurants und Saloons - dazwischen verlassene verfallene Häuser. Alle Strassen sind Naturstrassen - nur der Hwy ist geteert. Als Trottoirs dienen Holzstege. Die Hauseingänge sind alle über eine kurze Treppe erreichbar. Wegen des Permafrosts werden die Häuser nicht direkt auf den Boden gebaut. Durch die Heizung der Häuser und der damit verbundenen Erwärmung des Bodens würde der nur knapp 1.5 m tieferliegende Permafrost aufgetaut und die Hauskonstruktion würde sich senken.



Das Leben hier ist während der langen und dunklen Wintermonate bei Temperaturen bis zu -55° sehr hart! Das Wasser zu und in die Häuser wird zum Fliessen gebracht, damit es nicht einfriert.

Heute scheint jedoch die Sonne, es ist warm und wir geniessen den Bummel über den Damm, der die Stadt vor den Ueberschwemmungen des Yukon bei der Eisschmelze schützt. Flanieren durch die Strassen und geniessen den Sonntag. Kehren auf den CP zurück und wollen uns noch gemütlich hinsetzen. Peter will zur Anmeldung und findet den Iveco von Toni und Nelly. Was für eine Überraschung! Beiderseits haben wir gedacht: "Sie sind sicher bereits in Alaska!" Da in den Nordwest Territories und in Yukon keine sms mehr durchkommen, haben wir nicht gewusst, wer sich wo befindet.
Feiern das Wiedersehen mit auswärts essen und Besuch des Spielsaloons und Cabarets um Mitternacht!  Stimmung fast wie zu Goldgräberzeiten! Haben einen lustigen und geselligen Abend zusammen verbracht und sind gespannt, wo wir uns das nächste  Mal auf unserer Reise treffen werden...