06 März 2014

Fahrtag: tausendundeine Kurve und zwei Wasserfälle

San Christóbal de las Casas ist unser heutiges Ziel - es ist ein anstrengender Tag! Wir fahren von 80 müM auf 1940 müM - auf der kurvenreichen Mex 199. Wir verabschieden uns von Gisela und Lutz, die sehr ähnlich wie wir unterwegs sind, jedoch Tongo dabei haben, der liebe Riesenschnauzer. Dann fahren durch die neblige Gegend bergwärts.
 
 
 








 

Nebel in den Bergen
  
 Nach 20 km erreichen wir den faszinierenden Wasserfall Misol-Ha.  35 m tief fällt das Wasser in ein breites, von üppiger tropischer Vegetation umgebenes Becken.
 
 
 


















 

Wir fahren die kurze Stichstrasse zurück auf die Mex 199 bis zur Abzweigung zu den nächsten Wasserfällen - AGUA AZUL. Wir überlegen noch, ob wir das tun sollen, denn die Gegend ist nicht immer sicher. Wir beachten die Hinweise, fahren nur auf Hauptstrassen und nehmen zur Kenntnis, dass durch die erhöhte Polizei- und Militärpräsenz die Situation besser kontrolliert ist. Wir fahren im Konvoi mit andern Fahrzeugen, wenn es sich ergibt, was einen gewissen Schutz vor Überfällen bietet.
Nach rund 60 km - auf halbem Weg zwischen Ocosingo und Palenque - zweigt eine 4,5 km lange Stichstrasse zu den AGUA AZUL WASSERFÄLLEN ab. Bei der Einfahrt zum Parkplatz kommt uns ein gelber MAN Lastwagen entgegen und hält an. Es sind Holger und Vivienne aus D. Ein kurzes, nettes Gespräch von Autoscheibe zu Autoscheibe. Sie sind begeistert von diesen Wasserfällen und haben hier auf dem PP übernachtet. Sei kein Problem - sie fühlten sich sicher.
Wir sind ebenfalls begeistert, was die Natur hier wieder bietet! Den Namen Agua Azul (Blaues Wasser) trägt der Ort zu recht

 
Entlang der vielen Treppen und steilen Wegen, die rund 700 m Höhendifferenz der Fälle überwinden, sind unzählige Stände aufgestellt.

Traditionell bestickte Blusen
 
 
                 Herrlich reife Früchte
 
Da muss man durch - sie bieten Verdienst für die Bevölkerung im Urwald hier. Andererseits kann man sich der oft atemberaubenden Sicht auf diese breiten Wasserfälle erfreuen. Schneeweisse Wasserfälle stürzen in türkisfarbene Becken - umgeben von tiefgrünem Urwald..



Auf der Weiterfahrt durch die nebelverhangene Region werden wir 2 Mal von Frauen mit kleinen Kindern auf dem Rücken aufgehalten. Sie spannen ein Seil über die Strasse, verlangen ziemlich agressiv, dass man etwas kauft. Sie bieten Gebäck und Handarbeiten an. Sie sind mindestens zu zweit, wobei sich eine immer vors Auto stellt, um eine Weiterfahrt zu verhindern.  Wir kaufen fritierte Bananen, Maiskuchen und ein geflochtenes Armband. Beim nächsten Mal zeige ich die gekauften Sachen und wir können weiterfahren...

Im Dunst und Nebel liegendes Berggebiet von Chiapas an der Mex 199
 



Bei einer Militärkontrolle werden wir herausgewunken und ein Soldat verlangt, dass wir aussteigen und die hintere Autotür öffnen. Ich bitte ihn auf umständliche Art und Weise und nach Worten suchend, er soll doch bitte langsamer sprechen, damit ich ihn verstehen könne. Das wird ihm zu mühsam und er winkt uns durch...







Holz für kochen und heizen
  
Lebensmittelladen und Bäckerei

In dieser Region - Bundesstaat Chiapas - sind die Frauen praktisch alle traditionell gekleidet.

Nach Ocosingo (auf 1922 müM) wird der Nebel dichter und es beginnt zu regnen. Bis kurz vor San Cristóbal de las Casas (250'000 Einwohner auf 1940 müM) fahren wir im Regen. Dann hellt es ein wenig auf und wir sind froh und hoffen, dass wir Leomobil nicht bei Regen aufstellen müssen, denn wir sind ziemlich müde.

Eingangs San Cristóbal

 Mango, Melonen, Gurken, Ananas, mmhh..

Nein - geregnet hat es nicht mehr - aber BIS wir den CP Rancho San Nicolas gefunden haben!!! Das GPS versagt beim Fahren in dieser Stadt völlig, keine Berechnung mehr und die Anzeige dort, wo die Häuser stehen - nicht wo die Strassen verlaufen. Diese sind schachbrettartig angelegt und jede 2. ist eine Einbahn... Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fahren wir auf den nassen Platz unter die tropfenden Bäume - dank Hani und Sarah...

05 März 2014

Palenque - die grosse Maya-Stadt

Schon am Morgen früh ist es heiss und feucht! Wir stehen um halb sechs auf, um tüchtig zu frühstücken und dann möglichst bald beim Eingang zu den Ruinen zu sein. Palenque ist ein wichtiges Maya-Zentrum gewesen, touristisch gut erschlossen und verzeichnet entsprechend viele Touristen. Um 7.40 sind wir auf der Strasse, um die 20 Minunten zu Fuss zum Eingang zu marschieren. Da kommt ein Colectivo (Sammelbus) gefahren, hält an, wendet und bringt uns zum Eingang. Kostenpunkt: 15 Pesos pro Person (ca. 1 Fr. 05 Rp.).
Am Eingang ist bereits eine Warteschlange. Kurz nach 8 h marschieren wir los. Treffen auf Gisela und Lutz, die auf dem CP neben uns stehen und noch weitere Reisende, denen wir kurz begegnet sind. Fast 4 Stunden brauchen wir, um von Gebäude zu Gebäude zu gehen - teils auf offenem Gelände und teils auf Dschungelwegen oder über unzählige Stufen und Treppen. Wir zählen die Stufen nicht, die wir heute auf die verschiedenen Ruinen hinauf gestiegen sind! Bekommen "als Lohn"  einzigartige Zeugen der alten Hochkultur zu sehen.
Es ist neblig. Das verleiht der Anlage einen Hauch von Mystik. Erst gegen Mittag dringt die Sonne durch den Nebel
Tempel der Inschriften

Blick zum Palast

Sicht über den Regenwald
 
Tempel des Kreuzes
Während Peter noch eine weitere Pyramide besteigt, bleibt mir Zeit für ein Gespräch mit einem Wächter. Er ist zwar nicht sehr gesprächig, dennoch vernehme ich, dass in dieser riesigen Anlage 40 Wächter und 60 Leute für den Unterhalt beschäftigt sind. Der Dschungel muss stets zurückgeschnitten werden, sonst bemächtigt er sich wieder der freigelegten Gebäude.

 
Viele weitere Bilder und Berichte unter direkt unter diesem Link: http://www.umdiewelt.de/Die-Amerikas/Mittelamerika/Mexiko/Reisebericht-6847/Kapitel-296.html

Nach dem Rundgang durch die Ruinen besuchen wir das Museum. Es ist sehenswert und bietet eine gute Ergänzung zu den bisherigen Informationen über die Ruinen von Palenque.

Zu Fuss geht's den kurzen Weg zum CP zurück. Gegen Abend regnet es wieder. Dieses feucht-heisse Klima macht uns ein bisschen träge. Aus dem Regenwald ertönt das Geschrei der Brüllaffen.
       
 

04 März 2014

Museum Calakmul und Fahrt nach Palenque

Was für ein Gekreisch und Vogelstimmenkonzert am frühen Morgen! Frühstücken um 7 an der Sonne und freuen uns über ein Gespräch mit einem Parkwächter. Tukane haben auf dem Baum neben dem Leomobil so gelärmt - schade, dass wir sie nicht gesehen haben! Ein Parkwächter arbeitet hier meistens 1 Woche im Park, dann 1 Woche im Büro, dann wieder 1 Woche im Park, usw. Pablo arbeitet seit 9 Jahren hier und der Dienst gefällt ihm sehr gut. Er liebt die Natur - es macht ihm nichts aus, jeweils 1 Woche in der Einsamkeit zu leben. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Registrierung der Besucher. Am meisten kommen hier Europäer - vor allem aus Deutschland, Frankreich, Schweiz, Holland, Grossbritannien, USA, der Ukraine, aus Russland und Japan.
 
Wir besichtigen das kleine Museum, das einige sehr gute Informationen bietet. Näheres dazu und die Fotos unter dem direkten Link http://www.umdiewelt.de/Die-Amerikas/Mittelamerika/Mexiko/Reisebericht-6847/Kapitel-295.html
 
Die 20 km bis zur Mex 186 sind in besserem Zustand, als die 40 km zur Ruine. Deshalb sind wir bald wieder auf der Mex 186 in Richtung Palenque.
Ein paar Eindrücke von unterwegs:





 
Wir wählen den CP am Rand des Regenwaldes nahe den Ruinen, die wir morgen besuchen werden.
Stellen Leomobil neben dem Platz von Gisela und Lutz aus D mit ihrem Dongo, dem lieben  Riesenschnauzer auf. Sie sind per Landrover Defender unterwegs - reisen sehr ähnlich wie wir. Nettes Gespräch -  uff - es beginnt zu regnen! Nichts Besonderes, denn Palenque ist mit 2600 mm Regen pro Jahr die niederschlagsreichste Region Mexikos. Und plötzlich ertönt nebst vielen andern Geräuschen ein Geschrei aus dem Regenwald - die Brüllaffen machen sich bemerkbar. Wir können sie nicht sehen - nur hören - mal ziemlich nahe und dann wieder weiter weg...

03 März 2014

Calakmul - Ort der zwei Hügel

Die Mex 186 führt von Xpujil bis Francisco Escárcega durch die früher am längsten bestehende und am dichtesten besiedelte Maya-Region. Hier im südlichen Teil Yucatáns finden sich die ältesten und architektonisch ausgereiftesten archäologischen Maya-Stätten der gesamten Halbinsel Yucatán. Unser heutiges Ziel ist das Biosphärenreservat Calakmul - die grösste Ansiedlung zwischen Escárcega und Chetumal. Es gäbe auf dieser Strecke unzählige Ruinen zu besichtigen!

z.B. Becán liegt an der Strecke

Wir beschränken uns jedoch auf die ökologisch vielfältige und archäologisch reiche Stätte Calakmul.

Wir durchfahren verschiedene ökologische Zonen. In Küstennähe prägen Zuckerrohrplantagen die Landschaft, weiter im Landesinnern - bevor der dichte Dschungel beginnt - sind Farmen zu sehen und grosse Maisfelder.


Farmen
 
 
Hier gedeihen Kokospalmen, Bananen und Mangos. An vielen Topes (Verkehrsberuhigungs Schwellen) stehen Bewohner und halten frisch geerntete Bananen, Ananas, Kokossaft oder die kleinen gelben süssen Mangos zum Verkauf bereit. Und überall gibt's Zitronen und Tomaten. Noch weiter im Landesinnern gibt es vermehrt Wassermelonen und Gurken zu kaufen.
Ein Leben wie im Garten Eden! Leider nur ein kleiner Teil des Paradieses - die Häuser sind oft klein, die Viehkoppel verzogen, die Viehherden meist nicht sehr gross und die Weiden oft sumpfig. Die Strasse ist gut befahrbar - wird an verschiedenen Stellen repariert - wahrscheinlich wegen Schäden nach den heftigen Stürmen, die im letzten Sommer die Halbinsel Yucatán heimgesucht haben

Bei Caobas genaue Kontrolle der Einfuhrbewilligung fürs Leomobil. Die Chassi-Nummer auf der Einführbewilligung wird mit der Chassi-Nummer im Motorraum verglichen.
Eine Viertelstunde später Militärkontrolle. Woher? Wohin? Welche Nationalität? Und schon lässt und der freundliche Beamte weiterfahren. Wir befinden uns wieder in stärker kontrolliertem Gebiet - vielleicht weil die Grenzen von Guatemala und Belize nicht sehr weit weg sind oder weil vor einem Jahr auf dieser Strecke ein Überfall auf einen Touristen stattfand? Wir kennen die Gründe nicht.

Bei Conhuas, auf halber Strecke zwischen Chetumal und Francisco Escárcega biegen wir ab, um die 60 km lange Stichstrasse nach Calakmul zu fahren. Nach 20 km erreichen wir das Museum. Da können wir nach der Besichtigung der Ruinen übernachten. Registrieren und weiter geht's noch 40 km bis zu den Ruinen. Dafür brauchen wir eine Stunde, denn die Strasse ist schmal, kurvig und teilweise löchrig.


Doch die Fahrt lohnt sich! Einmal kreuzt ein Wildschwein den Weg.

 
Die Strasse ist schmal und vom Vierbeiner rasch überquert. Deshalb reicht es nur noch für ein Foto im letzten Moment, bevor das Wildschein am linken Strassenrand im Dschungel verschwindet....

Auf den schmalen angelegten Pfaden in den Ruinen - ähnlich den Mayas-Strassen - wandern wir 3 3/4 Stunden durch den Dschungel, sehen immer wieder Ausgrabungsstätten im Dickicht stehen.

Riesige Bäume mit vielen Wurzeln
 
Schmale Pfade
 
Ruinen im Dschungel
 
Von den 2 grossen Pyramiden, die aus den Bäumen ragen, bietet sich eine fantastische Aussicht über die Region. Die Pyramiden sind 50 und 53 m hoch und haben dem Ort den Namen gegeben: Calakmul bedeutet Ort der 2 Hügel. Peter hat beide bestiegen.

 
 
Immer wieder sehen wir Tiere: Höcker-Fasane mit ihrem bunten und kupferfarbig glänzenden Gefieder, Spechte, hören Vögel, die wir nicht kennen, sehen den Affen zu...

 
 
Bunte Schmetterlinge in verschiedenen Grössen flattern durch den halbdunklen Regenwald: blaue, weisse, orange und viele gelbe...

Diese grosse, ehemals wichtige Mayastätte, in der erst seit 1990 die Ausgrabungen gemacht werden, hält noch viele Schätze verborgen. Die kostbarsten Grabbeigaben sind bereits im Museum in Campeche ausgestellt. Noch nicht öffentlich sind Wandmalereien aus der "Acrópolis norte". Seit 2002 ist Calakmul UNESCO Weltkulturerbe.
In dieser weitab der Zivilisation gelegenen Ausgrabungsstätte treffen wir wenig Touristen.
 
Kurz vor 17 Uhr fahren wir die 40 km Dschungelstrasse zurück zum Museum und schaffen es, kurz vor 18 Uhr dort zu sein und gerade noch bei Tageslicht Leomobil auf dem Parkplatz des Museums aufzustellen.
Was für ein Grillen-, Zykaden- und Vogelstimmenkonzert bis weit in die sternenklare Nacht hinein!
Heute 251 km im Leomobil gefahren und 3 3/4 Stunden auf Schusters Rappen im Dschungel unterwegs...

01 März 2014

Bacalar - an der türkisfarbenen Lagune


Nur 40 km von Chetumal entfernt liegt die Laguna Bacalar - ein zauberhafter Platz!
 
 








Auf einer Bootstour sehen wir die 3 Cenoten (runde Einsturzöffnungen ehemaliger Höhlen), die diesen Süsswassersee speisen.  Die Lagune ist nicht tief, dort wo die Cenoten sind, erreicht sie jedoch eine Tiefe von bis zu 10 Metern. Die Weite der Landschaft, die unterschiedlichen Wassertiefen und das kristallklare Wasser lassen die Lagune in so wunderbaren Farben glitzern. Sie wird auch Laguna Azul oder die Lagune der sieben Farben genannt.
 
Die schwarze Cenote
 
Das Wasser sprudelt unter den Felsen hervor. Die Lagune ist hier 10 m tief.
 
Die schwarze Cenote
 
 
Diese Festung am Ufer wurde gebaut, um die Einwohner vor Piraten und Plünderungen zu schützen.
 
Bootsstege mit Palapa
 

 
Fluchtweg der Piraten
 
Faszinierende Farben und Wolkenbilder...